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GPSR QR-Code: Die eine Frage, die ich mir vor dem Druck hätte stellen sollen.

· 3 Min. Lesezeit

Kurz gesagtNach Verordnung (EU) 2023/988 (GPSR) kann ein QR-Code die gedruckten Pflichtangaben ergänzen, sie aber nicht ersetzen. Hersteller, verantwortliche Person, Produktkennung und Sicherheitshinweise müssen lesbar auf Produkt oder Verpackung stehen. Führt der Code zu einem öffentlichen Datensatz mit diesen Angaben, bleiben bereits gedruckte Etiketten gültig, auch wenn sich Adresse oder Charge später ändern.
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Ein QR-Code auf der Verpackung, der auf die Shop-Startseite führt, kostet nichts – und erfüllt trotzdem keine einzige Pflicht der Verordnung (EU) 2023/988 (GPSR). Was passiert: Ein Marktüberwachungsbeamter scannt den Code, sieht eine Produktübersicht oder eine Werbebotschaft, findet weder den Hersteller noch die verantwortliche Person noch eine Produktkennung. Das Etikett gilt als nicht konform, unabhängig davon, wie gut das Produkt selbst ist.

Was der QR-Code nach GPSR leisten darf – und was nicht

Artikel 9 und 16 der Verordnung (EU) 2023/988 verlangen, dass Herstellername und Postadresse, Name und Adresse der verantwortlichen Person in der EU, eine Typen-, Chargen- oder Seriennummer sowie alle Sicherheits- und Warnhinweise in der Sprache jedes Verkaufslandes gedruckt und lesbar auf dem Produkt oder der Verpackung vorhanden sind. Ein Datenträger – QR-Code, NFC-Chip, Barcode – kann diese Informationen ergänzen. Er ersetzt sie nicht.

Das bedeutet in der Praxis: Der Code darf auf eine Seite verweisen, die exakt dieselben Pflichtangaben enthält und zusätzlich weitere Details liefert, etwa das Datum der letzten Aktualisierung oder eine erweiterte Gebrauchsanweisung. Zeigt er stattdessen nur Werbung oder eine generische Startseite, bleibt die Pflicht unerfüllt.

Was passiert, wenn sich Adresse oder Charge nach dem Druck ändert

Hier liegt das eigentliche Risiko bei statischen Labels. Wer zehntausend Kartons drucken lässt und sechs Monate später den Firmensitz verlegt, hat zehntausend nicht konforme Verpackungen im Lager – es sei denn, der QR-Code führt zu einem Datensatz, der aktualisiert werden kann.

Ein permanent aufgelöster Code wie EL-7K2F-91QD auf eulabelcompliance.com verweist auf eine öffentliche Seite mit den jeweils aktuellen Angaben zu diesem Produkt. Ändert sich die Adresse der verantwortlichen Person, wird der Datensatz aktualisiert. Jedes Etikett, das denselben Code trägt, zeigt beim nächsten Scan die neuen Daten. Die physischen Labels im Lager behalten ihre Gültigkeit.

Was auf dem verlinkten Datensatz tatsächlich stehen muss

Der Datensatz, auf den ein GPSR-konformer QR-Code verweist, sollte mindestens enthalten:

Das ist keine behördliche Zertifizierung. Ein solcher Datensatz dokumentiert die vom Unternehmen gelieferten Angaben zu einem bestimmten Datum. Marktüberwachungsbehörden, Marktplatz-Prüfer und Händler können denselben Code scannen und dieselben Informationen abrufen.

Welche Fehler bei der Druckvorbereitung vermeidbar sind

Drei Situationen treten bei Onlinehändlern regelmäßig auf: Der QR-Code verweist ausschließlich auf Werbeinhalte. Die Angaben auf dem Etikett haben sich nach dem Druck geändert, ohne dass eine Lösung vorhanden war. Der Code wurde vor dem Druckauftrag nie selbst gescannt und geprüft.

Der einfachste Test vor Druckfreigabe: Code scannen, prüfen ob Herstellerangaben, verantwortliche Person und Produktkennung sichtbar sind, und überprüfen, ob der Datensatz aktualisiert werden kann, ohne dass neue Etiketten gedruckt werden müssen. Ist eine dieser drei Fragen mit Nein zu beantworten, sollte der Druckauftrag warten.

Das Wichtigste

  • Nach Verordnung (EU) 2023/988 (GPSR) ersetzt ein QR-Code die gedruckten Pflichtangaben nicht – er kann sie nur ergänzen.
  • Herstellername, Adresse der verantwortlichen Person, Produktkennung und Sicherheitshinweise müssen lesbar auf Produkt oder Verpackung gedruckt sein.
  • Ein QR-Code, der auf einen aktualisierbaren öffentlichen Datensatz verweist, macht bereits gedruckte Etiketten bei Adress- oder Chargenänderungen weiterhin gültig.
  • Vor jedem Druckauftrag: Code selbst scannen und prüfen, ob die Pflichtangaben sichtbar und der Datensatz aktualisierbar sind.
  • Ein Datensatz wie EL-7K2F-91QD dokumentiert die vom Unternehmen gelieferten Angaben zu einem Datum – er ist keine behördliche Zertifizierung.

Häufige Fragen

Kann ein QR-Code auf dem Etikett die Pflichtangaben nach GPSR ersetzen?

Nein. Artikel 9 der Verordnung (EU) 2023/988 verlangt, dass Herstellerangaben, verantwortliche Person, Produktkennung und Sicherheitshinweise gedruckt und lesbar auf Produkt oder Verpackung vorhanden sind. Ein QR-Code darf diese Angaben ergänzen, ersetzt sie aber nicht.

Was muss auf dem Datensatz stehen, auf den ein GPSR-QR-Code verweist?

Mindestens: Name und Postadresse des Herstellers, Name und Adresse der verantwortlichen Person in der EU oder im EWR, eine Produktkennung (Typ, Charge oder Seriennummer) sowie das Datum der letzten Aktualisierung.

Was passiert mit gedruckten Etiketten, wenn sich die Adresse des Unternehmens ändert?

Führt der QR-Code zu einem statischen Ziel wie einer Startseite, sind alle bereits gedruckten Etiketten nicht mehr konform. Führt er zu einem aktualisierbaren öffentlichen Datensatz, bleibt das Etikett gültig: Der Code zeigt beim Scan stets die aktuellen Angaben.

Welche Verordnung schreibt die verantwortliche Person in der EU vor?

Zwei Verordnungen: Artikel 16 der Verordnung (EU) 2023/988 (GPSR) für allgemeine Verbraucherprodukte und Artikel 4 der Verordnung (EU) 2019/1020 zur Marktüberwachung für CE-pflichtige Kategorien. Beide verlangen einen in der Union ansässigen Wirtschaftsakteur, der auf Produkt, Verpackung oder einem begleitenden Dokument genannt ist.

Was sollte ich tun, bevor ich einen Druckauftrag für GPSR-Etiketten freigebe?

Den QR-Code scannen und prüfen, ob Herstellerangaben, verantwortliche Person und Produktkennung sichtbar sind. Außerdem sicherstellen, dass der verlinkte Datensatz aktualisiert werden kann, ohne neue Etiketten drucken zu müssen.

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