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Wie viel kosten GPSR-konforme Etiketten für Online-Verkäufer?

Kurze Antwort: GPSR-konforme Etiketten kosten ab 199 € jährlich pro Produkt oder ab 290 € pro Jahr für unbegrenzte Produkte, abhängig vom Anbieter und Leistungsumfang. Einige Anbieter berechnen einmalige Gebühren pro Produktkategorie. Die Leistungen reichen von druckfertigen Etiketten bis zu umfassender Compliance-Prüfung. Stand: Oktober 2026.

Aktualisiert · 6 Quellen geprüft

Anbieter im Vergleich

ProviderEstablished inPublished priceWhat the price includesBest for
EU Label ComplianceTschechien290 €/Jahr (1 Markt, unbegrenzte Produkte)Druckfertige Etiketten (PDF, SVG, PNG), 24 EU-Sprachen, permanenter Produktcode, öffentliches Register, keine ProduktprüfungOnline-Verkäufer mit vielen Produkten, die schnelle, rechtssichere Etiketten benötigen
Grüner Baum GmbHQuelleDeutschland249 €/Jahr (Starter)Produkt- und Herstellerprüfung, Risikoanalyse, Dokumentenprüfung, Etiketten- und Listingprüfung, Safety-Gate-Monitoring, Erstreaktion BehördenHersteller, die umfassende Compliance-Prüfung und Behördenkontakt wünschen
EAS ProjectQuelleNicht angegeben199 €/Jahr (1 Produkttyp), 349 €/Jahr (2), 690 €/Jahr (6), 1790 €/Jahr (16)Produktprüfung, Dokumenten-Workflow, praktische EtikettenberatungUnternehmen mit wenigen Produkttypen, die Beratung und Dokumentenmanagement suchen
EaseCertQuelleNicht angegeben400–600 € pro Kategorie, einmaligTechnische Dokumentation, Etiketten- und Warnhinweisprüfung, Marktüberwachung, Behördenreaktion, lebenslange ProduktbetreuungHersteller mit Einzelprodukten, die vollständige technische Akten benötigen
eugpsr.euQuellePolen (EU)199 €/Jahr (1 Produkt), 299 €/Jahr (2), 549 €/Jahr (5)Dokumentenprüfung, Registrierung, verantwortliche Person, EU-Adresse, Dokumentenspeicher, Behördenkontakt, EtikettenvorlageKleine bis mittlere Unternehmen mit wenigen Produkten
EuverifyQuelleNicht angegebenStarter £490 (bis 5 Familien), Growth £790 (bis 20), Scale £1.490 (bis 50), Pro £2.390 (bis 100)Technische Akten, Produktfamilien-Gruppierung, Risikoaufschläge, keine Etikettenprüfung angegebenHersteller mit vielen Produktfamilien, Fokus auf technische Akten

Preise wie am 31. Oktober 2026 auf der Website des jeweiligen Anbieters veröffentlicht, zzgl. MwSt., sofern nicht anders angegeben. Jede Zeile verweist auf ihre Quelle.

Was verlangt das Gesetz? (GPSR, Artikel 9, 16, 19)

Die General Product Safety Regulation (GPSR, EU 2023/988) regelt die Anforderungen an die Produktkennzeichnung für nahezu alle Non-Food-Konsumgüter auf dem EU-Markt. Die wichtigsten Vorschriften betreffen die Pflichtangaben auf dem Produkt, der Verpackung oder einem Begleitdokument:

Die Anbringung der Angaben folgt einer Hierarchie: Zuerst auf dem Produkt selbst, falls technisch nicht möglich auf der Verpackung, andernfalls auf einem Begleitdokument. Ein häufiger Fehler ist das vorschnelle Ausweichen auf ein Beiblatt, was in Marktüberwachungsberichten regelmäßig bemängelt wird.

Für sehr kleine Produkte werden oft zwei Layouts benötigt: ein reduziertes On-Product-Label (Identität, Batch) und ein vollständiges Verpackungsetikett mit allen Warnhinweisen und Piktogrammen.

AnbieterInklusiveNicht inklusiveZusatzkosten
EU Label ComplianceDruckfertige Etiketten, 24 Sprachen, Produktcode, RegisterKeine Produktprüfung, keine technische AkteKeine
Grüner Baum GmbHProduktprüfung, Risikoanalyse, BehördenkontaktDruckfertige Etiketten nicht explizit genanntOn request
EAS ProjectProduktprüfung, BeratungDruckfertige Etiketten nicht explizit genanntOn request
EaseCertTechnische Akte, EtikettenprüfungDruckfertige Etiketten nicht explizit genanntOn request
eugpsr.euDokumentenprüfung, EtikettenvorlageDruckfertige Etiketten nicht explizit genanntOn request
EuverifyTechnische AkteEtikettenprüfung nicht angegebenRisikoaufschläge

Wichtig: Ein QR-Code oder Daten-Carrier darf Pflichtangaben ergänzen, aber nie ersetzen. Die Verantwortung für korrekte Angaben liegt immer beim Inverkehrbringer, unabhängig davon, ob ein Dienstleister beauftragt wird.

Wie wählt man den passenden Anbieter?

Die Auswahl des passenden Dienstleisters für GPSR-konforme Etiketten hängt von mehreren Faktoren ab. Entscheidend sind Produktanzahl, gewünschter Serviceumfang, vorhandene Dokumentation und die Marktplatzstrategie. Nicht jeder Anbieter deckt alle Bedürfnisse ab:

Wenn Sie …Sie brauchen …Sie brauchen es nicht …
B2C in der EU verkaufenGPSR-konforme Etiketten, ggf. Responsible PersonWenn Sie nur B2B verkaufen und der Käufer übernimmt die Verantwortung
Mehrere Produkte/Varianten habenUnbegrenzte Etiketten (z. B. EU Label Compliance)Bei nur 1–2 Produkten reicht Einzelprüfung
Außerhalb der EU ansässig sindResponsible Person in der EUWenn Sie einen EU-Distributor mit voller Verantwortung haben
Nur auf Amazon/Etsy/eBay verkaufenEtiketten und Online-Angaben vor KaufWenn Sie nur an Unternehmen verkaufen

Praktisch: Prüfen Sie, ob Sie bereits eine technische Akte und Responsible Person haben. Falls nicht, wählen Sie einen Anbieter, der diese Leistungen mit abdeckt oder kombinieren Sie verschiedene Services.

Was ist im Preis wirklich enthalten?

Die Preisstruktur und die enthaltenen Leistungen unterscheiden sich erheblich zwischen den Anbietern. Ein genauer Blick auf den Leistungsumfang ist daher unerlässlich:

Vergleichen Sie immer, ob Sie nur Etiketten benötigen oder auch Dokumentenprüfung, Behördenkontakt und technische Akten. Zusatzleistungen können den Endpreis deutlich erhöhen.

Versteckte Kosten und typische Ausschlüsse

Viele Anbieter werben mit günstigen Einstiegspreisen, berechnen aber Zusatzkosten für Leistungen, die oft unverzichtbar sind. Typische Zusatzgebühren und Ausschlüsse:

Oft nicht enthalten:

Beachten Sie auch Kündigungsfristen und Mindestlaufzeiten. Prüfen Sie, ob Sie wirklich alle angebotenen Leistungen benötigen oder ob eine reine Etikettenerstellung ausreicht.

Ablauf: So funktioniert die Beauftragung Schritt für Schritt

Der Weg zu GPSR-konformen Etiketten ist mit dem richtigen Anbieter unkompliziert, erfordert aber sorgfältige Vorbereitung. So gehen Sie vor:

  1. Markt und Produkt(e) auswählen: Legen Sie fest, in welche Länder Sie verkaufen und welche Produkte betroffen sind.
  2. Pflichtangaben und Dokumente zusammenstellen: Herstellerdaten, Responsible Person (falls außerhalb der EU), Produktidentifikation (Typ, Batch, Seriennummer), Warnhinweise in allen benötigten Sprachen.
  3. Anbieter auswählen und registrieren: Vergleichen Sie die oben genannten Anbieter nach Preis und Leistungsumfang.
  4. Daten eingeben und ggf. Nachweise hochladen: Je nach Anbieter erfolgt dies online (z. B. EU Label Compliance) oder per E-Mail.
  5. Etiketten und Dokumente prüfen lassen: Einige Anbieter prüfen auch die technische Dokumentation und Produktunterlagen.
  6. Druckfertige Dateien erhalten und prüfen: Bei EU Label Compliance erhalten Sie die Dateien meist am selben Werktag, bei anderen Anbietern variiert die Bearbeitungszeit.
  7. Etiketten anbringen: Bringen Sie die Etiketten auf dem Produkt, der Verpackung oder – falls beides nicht möglich – auf einem Begleitdokument an. Beachten Sie die Hierarchie der GPSR.
  8. Online-Angebot aktualisieren: Sorgen Sie dafür, dass alle Pflichtangaben auch im Online-Shop oder Marktplatzangebot sichtbar sind.

Checkliste für heute:

  1. Sind alle Pflichtangaben (Hersteller, Responsible Person, Produktnummer, Warnhinweise) vollständig?
  2. Sind alle relevanten Sprachen abgedeckt?
  3. Ist eine Responsible Person in der EU benannt (bei Nicht-EU-Herstellern)?
  4. Ist die Produktnummer eindeutig und rückverfolgbar?
  5. Sind Warnhinweise korrekt und verständlich übersetzt?
  6. Ist die technische Dokumentation griffbereit?

Risiken, Bußgelder und Folgen bei Verstößen

Die Folgen fehlender oder fehlerhafter GPSR-Etiketten können gravierend sein. Behörden und Marktplätze reagieren empfindlich auf Verstöße:

Die Verantwortung bleibt immer beim Inverkehrbringer, auch wenn ein Dienstleister beauftragt wird. Fehlerhafte oder unvollständige Kundendaten werden von den meisten Anbietern nicht auf Richtigkeit geprüft.

Die Einhaltung der GPSR-Pflichten ist daher nicht nur eine rechtliche, sondern auch eine wirtschaftliche Notwendigkeit für jeden, der Non-Food-Produkte in der EU verkaufen möchte.

Was Anbieter selten offen sagen

Viele Anbieter machen ihre Grenzen und Ausschlüsse nicht transparent. Hier die wichtigsten Punkte, die Sie kennen sollten:

Entscheiden Sie, ob Sie wirklich den vollen Service benötigen oder ob eine reine Etikettenerstellung ausreicht. Für viele Online-Verkäufer ist die Kombination aus Etikettendienst und externem Responsible-Person-Service die günstigste Lösung.

Drei Szenarien aus der Praxis

Diese Beispiele zeigen: Die optimale Lösung hängt von Produktanzahl, Herkunftsland und Marktplatzstrategie ab. Prüfen Sie vorab, welche Pflichten Sie selbst erfüllen und welche Sie auslagern können.

Wann Sie das nicht brauchen

Häufige Fragen

Brauche ich GPSR-konforme Etiketten, wenn ich nur auf Amazon, Etsy oder eBay verkaufe?

Ja, denn Marktplätze verlangen die vollständigen Pflichtangaben nach GPSR. Die Angaben müssen bereits im Online-Angebot sichtbar sein, nicht erst auf dem Produkt. Ohne diese Angaben drohen Sperrungen oder Rückrufe.

Was ist eine Responsible Person und brauche ich sie?

Die Responsible Person ist eine in der EU ansässige, benannte Person oder Firma, die als Ansprechpartner für Behörden dient. Sie ist für alle Nicht-EU-Hersteller Pflicht, damit Produkte in der EU verkauft werden dürfen.

Sind Warnhinweise in allen EU-Sprachen Pflicht?

Ja, für jedes Land, in das verkauft wird, muss die jeweilige Landessprache auf dem Etikett stehen. Die meisten Anbieter liefern deshalb alle 24 EU-Sprachen, um Abmahnsicherheit zu gewährleisten.

Was passiert, wenn Angaben auf dem Etikett fehlen?

Fehlende Angaben führen zu Rückweisung an der Grenze, Abmahnungen, Rückrufen und Bußgeldern. Behörden veröffentlichen Verstöße öffentlich, was zu Imageschäden und Marktplatzsperren führen kann.

Wie schnell erhalte ich druckfertige Etiketten?

Bei EU Label Compliance erhalten Sie das Zertifikat und den Produktcode sofort, die druckfertigen Dateien meist am selben Werktag (bei Bestellung vor 15:00 Uhr). Andere Anbieter machen hierzu keine verbindlichen Angaben.

Sind technische Akten oder Produktprüfungen im Preis enthalten?

Nur einige Anbieter (z. B. EaseCert, Euverify) bieten technische Akten an. EU Label Compliance erstellt keine technische Akte und prüft keine Produkte. Prüfen Sie den Leistungsumfang vor Beauftragung.

Kann ich die Etiketten für mehrere Produkte verwenden?

Bei EU Label Compliance sind unbegrenzt viele Produkte pro Markt und Jahr abgedeckt. Bei anderen Anbietern gibt es oft Preisstaffeln pro Produkt, Produkttyp oder Kategorie.

Wie läuft die Beauftragung ab?

Sie registrieren sich beim Anbieter, geben die Produktdaten ein, laden ggf. Nachweise hoch und erhalten nach Prüfung die Etiketten. Bei EU Label Compliance läuft dies vollständig online und ohne Wartezeit auf das Zertifikat.

Welche Unterlagen muss ich bereitstellen?

Sie benötigen: Hersteller- und Responsible-Person-Daten, Produktidentifikation (Typ, Batch, Seriennummer), Warnhinweise, ggf. technische Dokumentation oder Konformitätserklärung.

Was ist ein permanenter Produktcode?

Ein permanenter Produktcode (z. B. bei EU Label Compliance) verweist auf ein öffentliches Register mit aktuellen Angaben. So bleiben bereits gedruckte Etiketten auch bei Adress- oder Warnhinweis-Änderungen gültig.

Welche Anbieter bieten Behördenkommunikation an?

Grüner Baum GmbH und eugpsr.eu bieten explizit Behördenkommunikation und Erstreaktion an. Bei anderen Anbietern ist dies entweder nicht enthalten oder nur auf Anfrage möglich.

Muss ich für jedes Land ein eigenes Etikett erstellen?

Nein, wenn alle Sprachen und Pflichtangaben enthalten sind, reicht ein Etikett für alle EU-Länder. Achten Sie aber auf länderspezifische Zusatzanforderungen.

Quellen

  1. EU Label Compliance: GPSR label requirements — eulabelcompliance.com
  2. Grüner Baum GmbH: GPSR Vergleich — eugpsr.de
  3. EAS Project: GPSR — easproject.com
  4. EaseCert: GPSR compliance — easecert.com
  5. eugpsr.eu: Pricing — eugpsr.eu
  6. Euverify: Pricing — euverify.com

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